Austausch über Sprache, Macht und Gewalt
Der Besuch im Grenzlandtheater Aachen diente dem Austausch mit anderen Schulen, die ebenfalls an Kleists „Der zerbrochene Krug“ und am Thema Sprache, Macht und Gewalt gearbeitet haben.
Angeknüpft wurde damit an die Projektarbeit in der Bleiberger Fabrik im Juli. Dort hatten die Schülerinnen und Schüler bereits in verschiedenen kreativen Projekten – von Fotografie bis kreativem Schreiben – eigenständig zu diesem Themenkomplex gearbeitet. Die Ergebnisse sollen in einem „digitalen Museum“ festgehalten werden. Grundlage war die Beschäftigung mit Kleists Drama im Deutschunterricht und teilweise auch in Philosophie.
Im Grenzlandtheater ging es nun um die Evaluation und Weiterführung des Projekts, das auch in Zukunft vertieft werden soll. Dabei spielte die schulübergreifende Zusammenarbeit eine wichtige Rolle. Besonders eindrucksvoll war der Blick hinter die Kulissen: eine exklusive Hausführung, Gespräche mit dem Regisseur und der Besuch von Proben auf der Werkstatt- und Probebühne.
Ein Höhepunkt war das Gespräch mit Schauspieler Robert Flanke, der im Stück den Schreiber Licht verkörpert. Er berichtete von seinem Weg zum Schauspieler. Auch die Inszenierung selbst bot überraschende Perspektiven – so wird etwa der Gerichtsrat Walter von einer Frau dargestellt, was die Konstellationen auf der Bühne neu und spannend wirken lässt.
Neben den Theatererfahrungen wurden auch eigene Texte und Projekte eingebracht, zum Beispiel zu Gewalt gegenüber Frauen, zu Mobbing oder zu Machtstrukturen in Schule und Gesellschaft. Annika (Q2) stellte dabei besonders engagiert ihren Text zur Gewalt gegen Frauen vor, der viel Beachtung fand.

Das Ganze wurde durch einen Radiobeitrag abgerundet, in dem Schülerinnen unserer Schule über den Projektweg berichteten – vom Deutschunterricht über den Theaterbesuch in Aachen bis hin zur bevorstehenden Aufführung des „Zerbrochenen Kruges“ im Grenzlandtheater. Dort wird jede und jeder ein eigenes, abschließendes Urteil bilden können.
Am Ende bleibt deutlich: Das Drama mag alt sein, doch die Themen Sprache, Macht und Gewalt sind aktueller denn je.
Text: Jayden Zimmermann (Q2) Fotos: Jayden Zimmermann (Q2)